Die Kommunalwahlen in Niedersachsen zeigen, wie wichtig politische Teilhabe und eine vielfältige Repräsentation für eine lebendige Demokratie sind.
Wir gratulieren insbesondere den kurdischen Kandidat:innen und neu gewählten Vertreter:innen, die sich bei den Kommunalwahlen politisch eingebracht haben. Unser Glückwunsch gilt darüber hinaus allen Kandidat:innen und Gewählten, die sich für Demokratie, Vielfalt, Gleichberechtigung und ein solidarisches Zusammenleben einsetzen.
Wir freuen uns darüber, dass immer mehr Menschen mit Migrationsgeschichte politische Verantwortung übernehmen. Unter ihnen sind zahlreiche Kurd:innen, Êzîd:innen, Alevit:innen und Angehörige weiterer Gemeinschaften. Viele Menschen mit Migrationsgeschichte übernehmen heute Verantwortung in Kommunen, politischen Gremien, Vereinen und Initiativen und gestalten damit das gesellschaftliche Zusammenleben aktiv mit.
Politische Teilhabe ist keine Selbstverständlichkeit. Gerade Menschen, die selbst Erfahrungen mit Ausgrenzung, Rassismus oder fehlender gesellschaftlicher Repräsentation gemacht haben, wissen, wie wichtig es ist, die eigenen Interessen selbst in politische Debatten einzubringen. Deshalb begrüßen wir es, wenn immer mehr Menschen aus unseren Communities kandidieren, Verantwortung übernehmen und ihre Perspektiven in die demokratischen Institutionen tragen.
Dieses Engagement beginnt jedoch nicht erst in Parlamenten und Räten. Kurd:innen und andere migrantische Communities leisten seit vielen Jahren wichtige Arbeit in Vereinen, Initiativen, Nachbarschaften und sozialen Bewegungen. Sie organisieren Solidarität, schaffen Räume für Begegnung und setzen sich für Freiheit, Gleichberechtigung und gesellschaftliche Teilhabe ein. Diese Erfahrungen gehören auch in die kommunale Politik.
Für uns ist klar: Eine demokratische Gesellschaft braucht die aktive Beteiligung aller Menschen, die in ihr leben. Zugleich braucht Demokratie Menschen, die sich klar gegen Ausgrenzung, Rassismus und Diskriminierung stellen und für gleiche Rechte und gesellschaftliche Vielfalt eintreten.
Die wachsende politische Beteiligung von Menschen mit Migrationsgeschichte ist ein wichtiger Schritt hin zu einer Gesellschaft, in der sich ihre tatsächliche Vielfalt auch in den politischen Institutionen widerspiegelt.
Wir werden uns auch weiterhin dafür einsetzen, politische Teilhabe zu stärken und Menschen darin zu unterstützen, ihre Interessen selbstbewusst und eigenständig auf allen Ebenen einzubringen.
Wir wünschen allen Gewählten, die sich für Demokratie, Vielfalt und Gleichberechtigung einsetzen, viel Kraft und Erfolg für ihre politische Arbeit.
KON-MED – Konföderation der Gemeinschaften Kurdistans in Deutschland e. V.